Gastbeitrag von Elena Blazquez

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit an der Folkwang Universität der Künste hatte ich die Möglichkeit, die Dezentrale als Arbeitsplatz zu nutzen. Thema meiner Arbeit war die Materialentwicklung aus biologischen Abfällen, welche zukünftig zu einer verwertbaren Ressource werden sollen. In der heutigen Zeit, die von Wegwerfartikeln und daraus entstehenden Plastikstrudeln in den Ozeanen geprägt wird, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, vorhandene (Abfall-)Ressourcen zu nutzen und Produktkreisläufe geschlossen zu halten.

Abfall organischer Herkunft bringt bereits wichtige Eigenschaften für eine Strukturbildung mit, er besteht unter anderem aus den Stoffen Cellulose, Lignin, Stärke oder Kalk.

Der Fokus des Projektes lag vorerst auf dem Herstellungsprozess des Materials:

das Vorsortieren, Reinigen und Zerkleinern der Abfälle und vor allem das Kreieren der richtigen Rezeptur. Neben den zerkleinerten Obst- und Gemüseabfällen und den pulverisierten Eierschalen sind weitere Inhaltsstoffe wie Glycerin, Essig und Speisestärke, die zur Bindung des Materials beitragen, verwendet worden. Faktoren wie Hitze und Krafteinwirkung haben ebenfalls Einfluss auf die Beschaffenheit des Materials. In dem Wärmeschrank der Dezentrale konnte ich das Material schließlich mehrere Tage trocknen.

Das Projekt umfasst eine Materialstudie und eine Produktlösung. Entstanden ist am Ende der Arbeit ein multifunktionales Einweggeschirr. Nach Gebrauch kann dieses als Pflanztopf verwertet werden und wird dadurch Teil des biologischen Kreislaufes. Das Material besteht ausschließlich aus natürlichen Grundstoffen und ist demnach biologisch abbaubar.

Die Dezentrale hat mir während der Experimentier- und Entwicklungsphase nicht nur die nötigen Geräte und einen Raum zum Arbeiten geboten, sondern auch einen ständigen Austausch mit netten Menschen, die mir viel Input und Ideen gegeben haben.

Fotos von: Paula Hildebrand, Elena Blazquez